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09.03.2010 | 22:17 Uhr
Cottbus (ots) - Kinder sind wichtiger als Wölfe. Es gibt keinen
vernünftigen Menschen, der dem nicht sofort zustimmen würde. Darauf
haben vermutlich auch die Landräte im sächsischen Wolfsrevier
gesetzt, als sie verlangten, die Finanzierung für die
wissenschaftliche Begleitung der Wolfspopulation in der Lausitz zu
kürzen, wenn auch bei der Kinder- und Jugendhilfe der Rotstift
angesetzt wird. Die Kommunalpolitiker nehmen damit geschickt
vorhandene Ressentiments gegen die Rückkehr der grauen Räuber in die
Region auf. In der Sache ist ihre Forderung jedoch Populismus. Denn
Geld für das Wolfsprojekt kann nicht einfach in Jugendhilfekassen
umgelenkt werden. Was also soll die Kritik dann?
Die richtet sich erstaunlicherweise auch nicht gegen alles, was mit
dem Wolf in der Region zu tun hat. Das Kontaktbüro als touristischer
Anlaufpunkt und Informationsstelle soll bleiben. Nur die
wissenschaftliche Begleitung des Wolfsprojektes, das kostet nicht mal
100 000 Euro jährlich, ist den Landräten ein Dorn im Auge.
Doch ohne wissenschaftliche Analyse der Entwicklung in der Region und
damit auch Kontrolle über möglicherweise verhaltensauffällige Tiere
gibt es keine Akzeptanz der Raubtiere. Dann wären neuen Spekulationen
über Anzahl und Verhalten der Tiere schnell Tür und Tor geöffnet.
Vielleicht käme das manchem Kommunalpolitiker ganz gelegen, der sich
jetzt zu Recht über die Kürzungen im Jugendhilfebereich ärgert.
Originaltext: Lausitzer Rundschau
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